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Chronik


Die Schützenbruderschaft St. Josef Kinderhaus ist einer der ältesten Schützenvereine Münsters. Ein genaues Gründungsdatum kann heute nicht mehr festgestellt werden. Aus mündlichen Überlieferungen ist allerdings zu entnehmen, dass die Anfänge der Bruderschaft zu Beginn des 18.Jahrhunderts gelegen haben müssen, da sich in dieser unruhigen, von Kriegen geprägten Zeit überall im Münsterland Bauern zu Schutzwehren zusammengeschlossen haben.

Das Jahr 1727 gilt als Gründungszeitpunkt, da diese Jahreszahl in das Brustschild der ersten Königskette eingraviert wurde. Der Einzugsbereich der Bruderschaft erstreckte sich zunächst nur auf Uppenberg und Kinderhaus, später kamen die Bauernschaften Sandrup und Coerde hinzu. Ursprünglich wurde die Bruderschaft St. Josef zu Wehrzwecken gegründet, um die Heimat gegen Übergriffe zu verteidigen. Im weiteren Verlauf der Geschichte, der zunehmend friedlicher und ruhiger wurde, legte man das Augenmerk dann auf die Pflege des Heimat- und Gemeinschaftsgedanken.

Ihren Namen verdankt die Schützenbruderschaft dem münsterschen Bischof Bernhard von Galen (auch Bombenbernhard genannt). Er gab der Leprosenkirche in Kinderhaus den Heiligen Josef zum Schutzpatron. Als Hüter des Glaubens sollte dieser Schutzpatron auch in schwierigen Zeiten Vorbild für die Menschen sein.

Die Vergangenheit der Bruderschaft zieht in Gestalt der drei Königsketten an dem Betrachter vorbei. Diese weisen natürlich auch Lücken auf. So sollen nach der Chronik 1843 von Landois (Vater des Professor Landois) 42 Silberplaketten zur Zeit der französischen Herrschaft verschwunden sein. Auch während des siebenjährigen Krieges sind Teile der Kette abhanden gekommen. Gleichwohl lässt sich in beeindruckender Weise durch die Ketten eine Chronik der Könige der Bruderschaft verdeutlichen.

Im Jahr 1927 feierte die Bruderschaft unter großer Beteiligung der Gemeinde ihr 200. Bestehen. Schirmherr war der damalige Oberbürgermeister Dr. Sperlich.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Schützenbruderschaft 1936 im Zuge der allgemeinen Gleichschaltung dem deutschen Schützenverband im deutschen Reichsbund für Leibesübungen angegliedert. In diesem zusammenhang war es auch erforderlich, eine eigene Schießgruppe aufzustellen. Aufgrund neuer Satzungen musste der neue Name Schützenkameradschaft Kinderhaus angenommen werden.

Während des Krieges fand die letzte Versammlung 1943 statt. Nach Kriegsende kam es am 5.6.1947 zu einer ersten Versammlung. Ein Schützenfest wurde für das gleiche Jahr beschlossen. Außerdem erhielt die Bruderschaft wieder ihren alten Namen. Beim Schützenfest im Jahre 1947 musste wegen der Auflagen der damaligen Besatzungsmächte mit einer Wurftaube auf eine Zielscheibe geworfen werden, da der Besitz von Gewehren verboten war.

Im Jahr 1959 trat die Bruderschaft dem Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V. Köln bei. Dadurch ergaben sich engere Kontakte mit anderen Schützenbruderschaften. Auch konnten und können sich die Schützen nunmehr an überregionalen Schießveranstaltungen beteiligen.

Von Beginn an feierte die Bruderschaft- außer in Kriegs- und Hungerzeiten- ihre Schützenfeste. Diese Tradition hat sich bis zum heutigen Tage erhalten. Auf den Vogel geschossen wird im Schulwald der Waldschule. Der Schützenball findet in einem großen Festzelt auf Pastors Wiese statt. Höhepunkte der jüngeren Vergangenheit waren insofern die Jubiläen 1977 (250 Jahre) und 2002 (275 Jahre). Beide Anlässe wurden unter großer Teilnahme der Bevölkerung und zahlreicher benachbarter Vereine und Bruderschaften begangen. Anlässlich ihres 275-jährigen Bestehens veranstaltete die Bruderschaft 2002 einen festlichen Benefizabend mit zahlreichen Showeinlagen, der sehr gut besucht war und dessen Erlös den beiden Kirchengemeinden in Kinderhaus zugute gekommen ist.

Neben dem Schützenfest treffen sich die Mitglieder zu zahlreichen Veranstaltungen, die über das Jahr verteilt sind. Vortragsabende, Radtouren, Karnevalsfeier und Bruderschaftstag seien nur beispielhaft erwähnt. Außerdem wird intensiv der Kontakt zu befreundeten und benachbarten Bruderschaften und Vereinen gepflegt.

Die Bruderschaft wird geleitet von ihrem Vorstand, der derzeit aus 35 Mitgliedern besteht. Als geistlicher Präses steht ihr der jeweilige Pfarrer der St. Josefsgemeinde vor.

Die Bruderschafz hat 187 männliche und weibliche Mitglieder.
Sportlich betätigen sich die etwa 25 Schützen der Schießgruppe in verschiedenen Mannschaften auf unterschiedlichen Ebenen.

Die Tradition des Fahnenschlagens wird erfreulicherweise nach wie vor intensiv durch 6 überwiegend jüngere Mitglieder der Bruderschaft gepflegt.

Die Jungschützen der Bruderschaft gestalten unter Leitung ihres Jungschützenmeisters ihre eigenen Veranstaltungen und bereiten traditionell das Kinderschützenfest vor.


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